Koenig in Heiliggeist

Ausstellung bis 6. Januar 2020 in Heiliggeist
Ab dem 30. November 2019 bis zum 6. Januar 2020 finden Sie in den Dunkelräumen die Ausstellung zum Krippenweg "Folge dem Stern"

Für gut vier Jahrzehnte gehörte Fritz Koenig (1924‒2017) zu den führenden künstlerischen Repräsentanten der deutschen Nachkriegszeit. Seine produktive Schaffenszeit deckt sich etwa mit dem Bestehen der sogenannten Bonner Republik (1949‒1998).

Kaum zufällig gehört eine Arbeit Koenigs, die »Große Maternitas« (1957/58), zu den Skulpturen im Park des Bonner Kanzlerbungalows, ein Hauptwerk des Modernismus in Deutschland, das 1963/64 nach Plänen des Münchner Architekten Sep Ruf entstand. Und wie eine Summe des reifen bildnerischen Schaffens bezeichnet sein Wettbewerbsbeitrag zum »Denkmal für die ermordeten Juden Europas« (1994) gewissermaßen das Ende der Nachkriegszeit und den Aufbruch in die »Berliner Republik«.

In die Zeit dazwischen fällt Fritz Koenigs drei Jahrzehnte währendes Wirken als Professor für plastisches Gestalten an der Technischen Universität München (1964‒1992), das wiederholt einhergeht mit Aufträgen für den öffentlichen Raum und den Bildhauer ‒ innerhalb der Grenzen eines demokratischen Gemeinwesens ‒ in den Rang eines bayerischen Staatskünstlers erhebt.

Zuletzt rückte Koenig anlässlich des Terroranschlags auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 als Schöpfer der monumentalen Kugelkaryatide auf der Plaza zu Füßen der Twin Towers nochmals in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit: Die aus den Trümmern geborgene Brunnenplastik ‒ heute im Liberty Park in unmittelbarer Nähe zum 9/11 Memorial und zum neuen World Trade Center ‒ wurde zum Erinnerungszeichen für die Opfer des Terrorattentats und zum Symbol für den Behauptungswillen der freien Welt.

Mit dem Baumeister Hans von Burghausen († 1432) und dem Bildhauer Fritz Koenig (1924 – 2017) finden in der Heiliggeistkirche zwei ebenbürtige Künstlerpersönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart zu einem Dialog zusammen, gehen Architektur und Skulptur in einem der schönsten Sakralräume der Spätgotik eine großartige Symbiose ein.


Beginnend mit dem Frühwerk der fünfziger Jahre bis hin zu den markanten ›Epitaphen‹ der späten siebziger und achtziger Jahre bietet die Ausstellung einen Querschnitt durch alle Schaffensphasen. Während im Kirchenraum die großformatigen Arbeiten in spannungsvolle Korrespondenz mit Architektur und Ausstattung treten, schließen sich in zwei selbstständigen Themenräumen Kleinskulpturen und Zeichnungen zu Werkgruppen und exemplarischen Bildpaaren zusammen. So gerät neben dem Bildhauer gleichberechtigt ‒ und nicht minder bedeutend ‒ der Zeichner Fritz Koenig mit in den Blick:
Die Werkauswahl konzentriert sich auf das Thema »Kreuz«, das den Künstler seit den 50er Jahren immer wieder beschäftigt hat. Mit den Karyatidenkreuzen hat er 1966 zu einer ganz eigenen Ausprägung des Kreuzzeichens gefunden. 1971 schließen sich die nicht minder charakteristischen Scheibenkreuze an. In den Umkreis der Kreuzthematik gehören aber etwa auch die Magdalenendarstellungen. Im weiteren Sinn scheint die Gestalt des alttestamentarischen Hiob auf das Leiden Christi vorauszuweisen. Ende Juni werden beide Themenräume mit neuen Exponaten bestückt.


Zufällig vorbeigekommen …
Welch schöner Ort mit einer wunderbaren Ausstellung.
Die Kunst ist berührend und an diesem Ort schön inszeniert.
Danke!

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Öffnungszeiten

Di – So  10 – 17 Uhr

24./25./31. Dezember geschlossen, 
1. Januar: ab 14 Uhr geöffnet

Eintritt

Eintritt frei!

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